Donnerstag, 28. Juni 2007

NeoLit aus dem Neanderthal

Betreffs einer Sendung des WDR über Polen möchte DIESTEINZEIT-ung einen hörerbrief veröffentlichen, der ein brandaktuelles thema beinhaltet. Der hörerbrief lautet folgendermaßen:
"Den beschwichtigungsversuchen einiger hörer, die Polen seien "doch nicht so", es seien "nur" die "Kaczyniski-Brüder" misstraue ich zutiefst. Dazu die schilderung eines erlebnisses. Ich lag zusammen mit zwei patienten voriges jahr in einem krankenhaus hier am ort in einem krankenzimmer. Ein patient war ein Pole. Er las die "Bild-Zeitung". Ob die deutsche oder polnische ausgabe ist mir nicht mehr erinnerlich.
Unabhängig davon, dass er mit der behandelnden ärztin einen schweren disput im hinblick auf seinen gesundheitlichen zustand hatte, entwickelte er ohne not und äußeren grund schwere ressentiments gegen "Schwule" und "Lesben". Wenn es nach ihm ginge, sollten alle -einschließlich "Wowereit" - "an die wand gestellt werden". Auf meine mutigen Vorhaltungen, dass wir hier in Deutschland sowas vor über sechzig Jahren hatten, und dass a u c h die Polen unter solchen ideologien besonders gelitten hätten, ließ er sich trotzdem nicht von seinen abwegigen meinungen abbringen. Und dies in einem durchaus herrischen, lauten unkultivierten ton, dass ich mich - ich bin nicht gerade zart besaitet - ein wenig vor diesem manne fürchtete. . .
Ich glaube nicht, dass es "nur" die Kaczyniskis sind. Wir werden das spätestens dann wissen, wenn innerhalb des fortschritts der einigung Europas die Polen darauf bestehen werden, dass zwar alle eingegliederten Europäer freizügig in Polen land erwerben dürfen, a u ß e r den Deutschen! -
Ferner glaube ich, dass Polen (doch) "verloren" ist, und zwar für Europa. Denn die Nordamerikaner haben den spaltpilz an der richtigen stelle plaziert, als sie die dislozierung der raketenabwehr in P o l e n auf die spielwiese der weltpolitik warfen. Dazu passt ausgezeichnet die frage einer New Yorker Zeitung, ob Polen überhaupt zu Europa gehört/ gehören will. Ich sehe für die nahe zukunft durchaus, dass Polen zum 51. bundestaat der USA wird, zumal die entfernung Washington - Warschau in etwa der entfernung Washington-Honolulu entspricht. Polen wäre dann neben Groß-Britannien (ist eh für Europa verloren, von Anfang an) die zweite dependance Nordamerikas in Europa.

Freundliche Grüße"

Soweit der hörerbrief, den DIESTEINZEIT-ung nur unterschreiben kann. Im übrigen gilt:
Am deutschen wesen
sollte einmal die welt genesen.
Deutsche erfahrung:
Eine offenbarung? -
Mitnichten, Bernd.
Die welt - nix gelernt . . .

Besucht mich auch bei: http://www.die-steinzeit-ung.de
E-Mail: diesteinzeit-ung@arcor.de

bejot

Mittwoch, 2. Mai 2007

Das Deutschland-Syndrom

DIESTEINZEIT-ung erhielt von einem Leser folgenden Beitrag, den DIESTEINZEIT-ung veröffentlichen möchte.
. . . . In einem sehr umfangreichen Sammelwerk eines namhaften Verlags über deutsche Identität werden durchweg deutsche Staatsmänner, Literaten, Philosophen, Dichter über ihre eigene Befindlichkeit betreffs Deutschland zitiert.
Nachdem ich in diesem Buch zwei Namen fand, die meinen höchsten Widerspruch hervorriefen, schrieb ich dem Herausgeber, welche Beiträge in diesem Sammelband n i c h t erscheinen sollten, und sandte ihm Beiträge, die in diesem Band erscheinen s o l l t e n.
Der Wortlaut dieses Schreibens:

"Sehr geehrter Herr,
habe mit großem Interesse Ihr Buch gelesen. Möchte auf Ihre Einladung zur Mitwirkung gern eingehen.
Mir ist durchaus bewusst, dass der Kanon meiner Aufzählung, wer alles n i c h t meines Erachtens in dieses Buch gehört, äußerst makaber ist. aber es ergibt sich so . . .
Also: In dieses Buch gehören nicht Marcel Reich-Ranicki, und Adolf Hitler hinein!
Zu MRR: Meines Erachtens hat MRR auch Schuld daran, dass mindestens eine Generation deutscher Dichter und Schriftsteller durch einen Massenabortus keine Chance zum Aufblühen bekamen.

Zu H i t l e r ganz kurz und knapp: Hitler war kein Deutscher . . .
Was meines Erachtens noch in dieses Buch hinein sollte, möchte ich weiter unten zitieren:

Deutsches Eck, 1993

,Lieb Vaterland, magst ruhig sein. . . '
Bei Bonzenbier und Schicksensekt,
hat es sich rundwegs ausgeeckt.
Wenn Haxen, Grillspeck, Bratwurst garen,
mag niemand mehr ge' n England fahren.
Der Kaiser hat ' ne Schlafmütz' an,
das ärgert keinen deutschen Mann.
- Und die Opfer; gestorben durch Pulver und Blei?
Vergessen, verdorben, vorbei . . .
(aus "Die Reseolre-Legende" v. bejot, ISBN 3-934800-00-7, erschienen im b.j.-Verlag, Nourneystr. 43, 40822 Mettmann)

Das zweite Gedicht lautet:

H E R B S T 1 9 1 8
Eine Trilogie



D i e S i t u a t i o n

Die Dohlen kreisen am Turm,
der - durch den Regen gedämpft -
vier Glockenschläge über die Stadt
durch seine Schalllöcher rollen lässt.

Der Klang dringt ein in die Gassen,
wo lehmverschmierte Stiefel
ihn lautstark zertreten;
doch gleichwohl in Ordnung
sich weiter bewegen, die Stadt
hinein und hinaus - stundenlang.

Von Flucht ist nicht die Rede.
Das Heer zieht sich zurück,
besiegt ins besiegte Land.
Und Millionen Toten,
die hinter ihm liegen,
werden Millionen folgen.

D a s V o l k

Hohläugig stampfen Soldaten dahin.
Kein Blumengruß, keine Musik.
Den wenigen Menschen am Straßenrand
erstickt der Jubel im Halse.
Die Welt ist entzwei, der Kaiser geflohn.
Der Kaiser?- Das war nur ein Mensch,
für den ihr sinnlos geblutet.
Die Farbe eures Gewandes ist grau,
und Grau ist die Farbe des Alters,
an dem junge Herzen zerbrechen.

D i e N a t i o n

Schon tausend Jahre führst du die Rolle
im Stegreifspiel der Geschichte.
Dein Spiel auf der Bühne der Welt war
nicht schlecht.
Doch Stichworte brachen dein Kreuz,
weil diese sich ständig weiterspannen
zum Netze, in das dich Souffleur
und andere Mitspieler schlangen,
zum Schwanengesange verführten.

Die Zeit ist nun um, und du bist reif.
Sieh zu, dass nicht dein Abgang - der
mit Trommelwirbel und Paukengedröhn
zum großen Finale schon strebt -
mit riesigem Donnerschlag endet. . .


(aus "Wir alle sind Prokrustes" von bejot, ISBN 3-934806-01-5, erschienen im b.j.-Verlag, Nourneystr. 43, 40822 Mettmann)

Schlussendlich noch ein Sinnspruch, der ebenfalls veröffentlicht werden sollte:

-Am deutschen Wesen
sollte einmal die Welt genesen.
Deutsche Erfahrung: Eine Offenbarung?
Mitnichten, Bernd. Die Welt? N i x gelernt. . .


Sehr geehrter Herr,
ich bitte höflich um den Schutz der Urheberrechte.
Mit freundlichen Grüße NNN"

DIESTEINZEIT-ung vermerkt am Ende, dass unser Leser erklärt, nach beinahe bereits eineinhalb Jahren immer noch nichts von dem Herausgeber des betreffenden Sammelbandes gehört zu haben. -

BJ

Montag, 30. April 2007

Wohin gehst du, Türkei?

DIESTEINZEIT-ung befasst sich nun mit einem türkischen thema, welches aber leicht zu einem weltthema werden kann. Der türkische halbmond scheint von einem aufziehenden unwetter getrübt zu werden. Das grummeln aus dem generalstab des türkischen militärs ist unüberhörbar.

Worum geht es? Es geht um nicht mehr oder weniger als um die existenz der modernen Türkei. Einer Türkei, die bis heute mit fug und recht stolz auf ihre laizistische tradition seit Atatürk sein kann.

Seit einiger zeit schleicht sich jedoch eine störung des politischen lebens in die Türkei ein. Es ist ein gefährlicher virus, der auch der übrigen welt zu schaffen macht: Es ist der religionismus. Also die rückbesinnung, die rückbindung an den Islam, den Atatürk aus seiner republik verbannt hatte.

Die gesamte welt steht in furcht vor derlei religiöser rolle-rückwärts. Die christen, weil sie aus eigener erfahrung wissen, wie so etwas ausgeht. Und die moslems, die ja eigentlich religionsentwicklungsmäßig sich noch im Mittelalter befinden, sollten es eigentlich von den christen erfahren, wollen es aber nun mal s e l b s t wissen. -

Mir komme niemand, die armen moslems seien alle durch die bank von den bösen, bösen ajathollas verführt worden! Wir Deutsche wissen es besser; sollten es jedenfalls besser wissen. . . . Jedenfalls ist es merkwürdig, dass überall in der welt, wo der mächtigste stunk ist, die völker mit dem I s l a m ärger haben. Das scheint eine irgendwie geartete steuerung zu haben und aus der arabischen wüste zu kommen. Denn dort im wüstensand ist der schatz Europas, der gesamten westlichen welt verborgen, den die ölscheichs von uns abkassiert haben: Die Petrodollars. Wobei "Dollars" eine lichtjahregroße verniedlichung ist, denn hierbei geht es wohl um (europäische!) B i l l i o n e n . Also eine zahl mit z w ö l f nullen, und nicht nur neun nullen (amerikanisch).-

Ein ökonom würde sagen: Das reicht, um das gesamte sonnensystem zu islamisieren.

Zurück zur Türkei. Es besteht wohl kein zweifel, dass das türkische militär bei der übernahme der staatsgewalt durch islamisten putschen wird. Denn laut verfassung der türkischen republik ist staat und kirche (Islam) strikt voneinander getrennt. Die generale wissen sehr gut, dass die laus, die sich nun einmal im pelz festgesetzt hat auch saugen will, und nachkommen produziert. Und um diese brut wieder los zu werden bedarf es größere anstrengungen als eine laus mit den fingern zu zerquetschen. -

Der kommende Mittwoch wird also die stunde der wahrheit bringen. Werden die hohen richter des verfassungsgerichts die wahl Güls als rechtmäßig ansehen, putscht das militär. Verneint das gericht die rechtmäßigkeit der wahl Güls zum staatspräsidenten, kommt es zur neuwahl. D a n n werden wir alle eine überrraschung erleben (s. weiter oben, von wegen, verführte bevölkerung!!), und der staatsstreich des militärs fände ebenfalls statt.

Die Türkei ein militärstaat? Jedenfalls sind bis heute die türkischen generäle relativ verantwortungsvoll mit der demokratie und der republik umgegangen, als sie die macht ausübten. Unbedingt ist den türkischen generälen mehr zu trauen, als den religiösen regimen a la Iran.

Merke: "Was ist zu tun, gegen männer-und frauenmordende, religiöse und politische Eiferer im Glauben, die nur und nur ihre eigene Überzeugung als das einzigste und vornehmste Mittel zu Heilung der Welt betrachten? Mehr F e u e r k r a f t . -"


bejot

Donnerstag, 26. April 2007

Rhein ohne Wasser?



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DIESTEINZEIT-ung befasst sich nun mit einem sehr aktuellen thema, welches sich im sinne des wortes global ausbreitet, und mindestens dieselbe brisanz hat wie die menschliche schwäche nummer eins, kriege zu führen: Der klimax des klimawandels.-

Rhein ohne wasser?

Vor jahrzehnten noch eine undenkbare vorstellung, die den Rheinländern noch das blut in den adern frieren ließ. Heute, zu beginn der 21. Jahrhunderts sind die geröllwüsten an den ufern des stroms in einem besonders heißen, oder besser: trockenen jahr, von jedermann zu besichtigen. Und das ist wohl erst der anfang.
Wenn die klimaforscher und-fachleute derUNO recht behalten, wird sich im laufe der zeit über den Alpen der niederschlag nur noch als regen ergeben. Schnee und gletschereis in den Alpen gehören dann im gefolge der erderwärmung der vergangenheit an.
Und nun kommt wieder der "Vater Rhein" ins spiel, ein "Vater", der aber eigentlich ein k i n d der letzten eiszeiten ist, und, in historischen zeiten, zum "Sohn" der alpengletscher heranwuchs.
Die prognose für den Rhein wird sich im zuge der globalerwärmung folgender maßen entwickeln: Da der niederschlag in den Alpen nicht mehr aus schnee besteht, der durch die gletscher zu eis gebunden wird, degeneriert der Rhein zur abflussrinne für die häufigeren regenniederschläge in den Alpen. Folge: Das Rheintal wird wegen der zu erwartenden gewaltigen hochwasser unbewohnbar, der fluss selbst bis zur mündung unschiffbar; und in den trockenperioden des jahres - wohl eher der überwiegende teil - abermals unschiffbar, weil kein wasser vorhanden ist. Wasser, was in den zeiten der alpengletscher im sommer, sparsam zwar, an den fluss als schmelzwasser abgegeben wurde.
Was wäre zu tun, um den fluss zu retten? Ganz einfach: Sehen wir nach China, und betrachten den Drei-Schluchten-Damm des Janktsekiang. Solch ein ähnliches bauwerk würde den Rhein retten, wenn es an der richtigen stelle errichtet würde. Dies wäre bei Basel. Wenn eine circa 140 meter hohe staumauer bei Basel errichtet würde, entstände ein stausee, der den Bodensee mit einschließt. Natürlich verschwänden die romatischen rheinorte oberhalb von Basel in den fluten des neuen sees, auch die Rheinfälle von Schaffhausen lägen dann dutzende von metern unter der wasseroberfläche.
Dieser staudamm diente dann als aufffangbecken für die regenmengen aus dem einzugsgebietes des flusses in den Alpen. Diese gestauten wassermengen würden ferner der regulierung des flusses in trockenen zeiten dienen, dass ein schifffahrt noch durchaus von der mündung bis Basel möglich wäre. Nicht nur das: Wenn eine schleuse bei Basel errichtet würde, könnte Konstanz am Bodensee endlich mit fug und recht den titel des ersten Rheinpegels führen. Und trotz der 15 fachen höheren wasserführung des Janktsekiangs würde dieser Rheinstausee einschließlich des Bodensees ein größeres stauvermögen als der Drei-Schluchten-Damm haben. Es bleibt zu hoffen, dass die rheinanliegerstaaten - hier geht es ja um ein gemeinschaftsprojekt, versteht sich! - soviel geld locker machen, um die kulturgüter in den betroffenen ortschaften am Rhein, Rheinfelden, Laufenburg, Schaffhausen, Stein am Rhein zu bergen.
bejot


Dienstag, 3. April 2007

NeoLit aus dem Neanderthal

DIESTEINZEIT-ung befasst sich nun mit einem europäischen thema; dem matrosenklau des Iran, und der geplatzten übernahme des spanischen energiekonzerns Endessa durch die deutsche E.ON.

Was, werden Sie sagen, hat die geiselname von kriegern der britischen Homefleet durch den Iran mit Endessa versus E.ON zu tun?

Der reihe nach. Die missglückte übernahme des spanischen energiekonzerns durch einen a n d e r e n europäischen konzern zeigt deutlich die zerfallserscheinungen der europäischen wirtschaftsgemeinschaft. Und dieser zerfall lässt erst recht keine p o l i t i s c h e einigung Europas mehr zu. Begründung: Nun wird der spanische konzern zerschlagen. Die einzelnen bruchstücke (Die Teile einer Einheit sind immer größer (wertvoller) als die Gesamtheit) werden dann vom "internationalen" kapital gierig geschluckt, welches schon sabbernd auf die mahlzeit gewartet hat. Und "internationales" kapital heißt hier schlecht und einfach amerikanisch-russisches kapital in verbindung mit den petro-billionen der ölscheichs.-

Soll heißen: Die Wallstreet - also Amerika - wird nach dem sicheren scheitern der windigen konstruktion der spanischen, italienischen wirtschaft betreffs Endessa die reste aufklauben, und - natürlich! - aussaugen. Es sei denn, E.ON hat genug mumm und kapital und die p o l i t i s c h e hilfe Europas, um die reste von Endessa aufzunehmen. Dann natürlich viel, viel billiger . . .

Und nun zu der britischen marine. - Es gab eine zeit, dass bei solch einem bubenstück des Iran, wie es gerade vorgeführt wird, die k a n o n e n b o o t e in marsch gesetzt wurden! Und Europa wäre von heute auf morgen praktisch sofort eine politisch machtvolle einheit, wenn mit der britischen flotte a l l e anderen europäischen seestreitkräfte mit in den Arabischen (Persischen) Golf ziehen würden, mit entsprechenden landungstruppen an bord. Und den Iranern unmissverständlich klarmachen, dass ab einem bestimmten zeitpunkt die zeit auf der uhr auf null läuft. - Und das bezweifeln des ablaufens dieser uhr durch eine eindeutige demonstration ad ab surdum zu führen; beispielsweise durch die detonation einer europäischen (britischen, französischen) nuklearrakete in der stratosphäre von Teheran. Und wenns nicht hilft, etwas tiefer halten . . .

In diesem zusammenhang:

Am deutschen wesen

sollte einmal die welt genesen.

Deutsche erfahrung; eine offenbarung?

Mit nichten, Bernd.

Die welt? Nix gelernt.


bejot


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Montag, 2. April 2007

NeoLit aus dem Neanderthal

DIESTEINZEIT-ung berichtet nun über eine Sendung des WDR 5 über das Spucken. Am 24.03.2007 wurde die Sendung "Hallo Ü-Wagen" aus Krefeld ausgestrahlt, mit dem Titel: "Von Lamas und anderen Ferkeln-Spucken" Der Titel der Sendung suggerierte sofort, wer dabei in überwiegendem Maße sein Fett abbekommt. Und so kam es auch: Es stellte sich heraus, dass natürlich die F r a u e n es n i e tun, und die M ä n n e r die "Ferkel"(Schweine) waren
Das ließ den Berichterstatter der STEINZEIT-ung nicht kalt, und so verfasste er einen Hörerbrief. Dieser Hörerbrief wurde unter der URL


http://www.wdr5.de/sendungen/sonderseiten/700912/phtml/

veröffentlicht. Der Wortlaut dieses Hörerbriefs ist folgender:


Sehr geehrte Damen und Herren,
habe mit Interesse Ihre Sendung "Hallo Ü-Wagen" von Samstag, 24.03.2007, 11:05 Uhr über das "Spucken" gehört. Wartete allerdings vergeblich auf e i n e Begründung des Spuckens, vornehmlich in die H ä n d e. Möchte dies nun nachholen.
Es schien, als wenn während der Sendung mein Thema doch tangiert sei. Es ging um die Gepflogenheit, auf dem Golfplatz niemals zu spucken. Wohin spucken? Doch wohl in die H ä n d e! Und das ist das Thema: Jeder Mensch, der mit einem Hack-, Grab-, Schlaggerät (Beil, Hacke, Spaten, Schaufel, Hammer) umgeht, welches einen Holzstiel hat, muss vorher in die Hände spucken, um das Abrutschen der -trockenen! - Hände zu verhindern. Physikalisch: Ich muss den Reibungswiderstand v e r g r ö ß e r n, um die Kraft der Hände auf den Werkzeugstiel zu übertragen.
Und nun sind wir wieder bei dem Golfspieler dem "feinen Pinkel" am letzen Loch. Der wird den Deubel tun, beim Ergreifen des Golfschlägers in die Hände zu spucken (es wäre vielleicht besser?!); er ist ja keiner von den Proleten, die sowas machen (müssen).
Und wenn die Hunderttausende von Arbeitern im vor-vorigen Jahrhundert nicht kräftig in die Hände gespuckt hätten, bevor sie Schaufel, Hacke und Hammer ergriffen, wären die Nordamerikaner immer noch am Panamakanal und an ihrem Eisenbahnnetz zu gange.-
Doch im Ernst: Da diese sehr, sehr schweren Arbeiten von M ä n n e r n verrichtet wurden, haben die Männer heute das Image des unkultivierten, groben Klotzes. Keine freundliche Meinung von Frauen über die Männer . . .
Aber heute haben wir ja Gott sei Dank Verhüterli, sprich: Arbeitshandschuhe. -
Trotzdem: Ein vortreffliche, amüsante Sendung. Weitermachen.

Freundliche Grüße

Bernd(bejot) Jacobs



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Samstag, 10. März 2007

Requiem für Detlef


Requiem für Detlef

- Detlef, mein Söhnchen. Ich bring dich auf die grüne Wiese, in die frische Luft, in die warme Sonne. Ich stelle dich im Wägelchen hinter die Scheune. Gut eingepackt wirst du dann das Murmeln des Klippbachs hören, und schlafen und träumen.
War ich froh, dass du endlich auf der Welt warst. Das Toben und Schlagen deines ewig betrunkenen Vaters hätte ich nicht mehr lange ausgehalten; das stumpfe, ausdruckslose Quengeln deiner kleinen, blöden Schwester hat mir fast das Herz gebrochen.
Aber nun bist du ja da. Als ich zum ersten Mal in deine wasserblauen, gescheiten, klaren Augen sah wusste ich, dass du mein Erlöser sein wirst.
Schau mal, wie schön der Löwenzahn leuchtet, höre, wie die Bienen summen. Wie heiß scheint die Sonne, und wie wohlgefüllt von der letzten Schneeschmelze schäumt der Bach dahin, sich beeilt, so schnell wie nur möglich mit dem Flandersbach zu vereinigen.
- Detlef, sobald die Gelegenheit kommt, werden wir von deinem furchtbaren Vater gehen. Vielleicht nehmen wir deine arme Schwester mit, und wir gehen dann nach Holland. Dann soll ein anderes, neues Leben für uns beginnen; du sollst nicht die Schläge deines ewig betrunkenen Vaters empfangen.
Ja, es war mein Fehler, mich mit ihm einzulassen. Aber ich wusste ja nicht, dass etwas in seinem Kopf zersprungen war. Unheilbar, unrettbar, und sein Samen hat deine Schwester verdorben.
Aber mit dir, Detlef, habe ich Glück gehabt, ich hab es in deinen Äuglein gesehen. Und wenn du dann groß bist, ein studierter Mann, werde ich dir alles, alles erzählen, was ich hier erlitten habe.
So, Detlef, so, ich zieh dir noch dein Wollmützchen zurecht, stecke das Kissen ganz fest, damit nur kein falscher Zug an dich herankommt, denn du sollst gesund bleiben.
- - -
1
- Ein junger Mann sitzt mit nacktem Oberkörper am Fenster, und lässt sich die heiße Frühlingssonne auf den Pelz brennen. Etwas müde von der anstrengenden Frühschicht döst er schmallidrig in den Hof hinunter. Die Hühner suchen sich zum Kratzen die schattogen Stellen auf dem Misthaufen aus. Harras, der Hofhund, hält seinen Mittagsschlaf lieber in der Hütte. Sein schlappohriger Kopf ragt, auf den gekreuzten Vorderpfoten liegend, halb aus dem Häuschen hervor. Aus dem Stall meckert zaghaft das neugeborene Kälbchen. Von unten leises Geschirrgeklapper: Frau Schmiedrath macht den täglichen Abwasch.
Die große Stille wird untermalt vom leisen Plätschern des Klippbachs hinter der Scheune, und dem Bienengesumm aus dem halbverblühten Birnbaum. Von irgend wo her tönt das verspätete Hochzeitslied einer Amsel. Über dem Scheunendach flirrt Sonnenglast.
Der junge Mann denkt an heute Abend, wenn er in die Stadt fährt, und Abbie treffen wird. Zufrieden räkelt er sich, und verschränkt die Hände hinter dem Kopf.
Und in die Stille, fast unmerklich, dringt ein neuer, verzögert ins Bewusstsein sickernder Ton, ein Ton, der gar nicht in diesen nachmittäglichen Frieden passt: Es ist das Jammern und Schreien von einem erwachsenen Menschen, was den jungen Mann jähe aus seiner Beschaulichkeit herausreißt.
Er rennt los, mit nacktem Oberkörper. Die Lederhose, gehalten von einem kräftigen Brustlatz-Träger, schlägt im Takt seiner schnellen Schritte um seine Oberschenkel. Das Schreien und Jammern zieht ihn hinter die Scheune, wo sich eine Frau vor einem Kinderwagen im grünen Gras wälzt, und immer wieder "Mein Detlef! Mein Detlef!" schreit. Der Mann hastet heran, schaut in den Kinderwagen, sieht das bläulich-weiße Kindergesicht mit weit aufgerissenen starren Augen, und den großen Schaumfetzen vor dem kleinen Mund. Er wusste sofort: Dies ist die Stunde der Wahrheit; die Stunde des Todes. -

Er achtete nicht auf die jammernde Frau am Boden, die, ihre, zwar kleine Schuld erkennend - für die sie aber nie von einem irdischen Richter zur Rechenschaft gezogen wird, weil ihre Strafe viel schlimmer ist - , rennt los zu einer Wirtschaft
damit ein Arzt aus der Stadt heran telefoniert werde.
Während dem stand unter den betroffen schweigenden Gästen ein blöde grinsender, aufgedunsener Mann vor dem Tresen, der aber auch garnichts geschnallt hatte, und lallte: "Noch' n Bier, noch' n Gemischten".

Das Kind Detlef ist noch nicht einmal sechs Wochen alt geworden. -

Diese Kurzgeschichte ist in dem Band "Die Reseolre-Legende", beim b.j.-Verlag Bernd Jacobs, Mettmann, ISBN 3-934806-00-7 erschienen.